Deutscher Kurzfilmpreis Unterwegs

Supriyo Sen

Supriyo Sen

Lebt und arbeitet als Regisseur und Autor in Kalkutta und Neu Delhi. Seine bisherigen Werke sind fast ausschließlich dokumentarisch. Zurzeit schreibt er zusammen mit seinem französischen Koproduzenten an seinem ersten Spielfilmstoff. „Wagah“ ist der dritte und letzte Teil seiner Trilogie über die Trennung Indiens und Pakistans.

Filmografie

  • 2003 Way Back Home
  • 2006 Hope Dies Last
  • 2009 Wagah

WAGAH

Deutschland 2009 | Dokumentarfilm | 13 Min.
  • Regie: Supriyo Sen
  • Co-Regie: Najaf Bilgrami (Pakistan)
  • Kamera: Ranu Ghosh (Indien), Najaf Bilgrami (Pakistan)
  • Schnitt: Szilvia Ruszev
  • Produktion: Detailfilm Fabian Gasmia, Henning Kamm

Deutscher Kurzfilmpreis in Gold in der Kategorie
"Dokumentarfilme mit einer Laufzeit bis 30 Minuten"

Jurybegründung

Die große Leistung des Dokumentarfilmes „Wagah“ ist es, den politischen Konflikt zwischen Indien und Pakistan an diesem Ort ohne große Erklärungen facettenreich darzustellen. Die kluge Montage des Filmes führt den Betrachter langsam von Drachen spielenden Kindern an der Grenze über die volksfestartige Stimmung der Zuschauer zu der absurd anmutenden Vorstellung der Soldaten. Der Rhythmus der Drohgebärden der Soldaten verbindet sich mit dem nationalen Enthusiasmus der Zuschauer - auf pakistanischer Seite ebenso wie auf indischer. Wenn die Fahne eingezogen ist, ist das Spektakel vorbei und es herrscht langsam wieder Ruhe. Eine gefährliche Ruhe, die die Bedrohung im Zusammenhang mit dieser seit 1947 existierende Grenze spürbar macht, obwohl oder gerade weil die Bevölkerung auf beiden Seiten oft eng miteinander verbunden ist.

Inhalt

Indien und Pakistan trennen über dreitausend Kilometer Grenze – und verbindet ein einziger Grenzübergang. Dieser wird allabendlich Schauplatz eines einzigartigen Spektakels, wenn die Grenztore geschlossen werden. Ein paar Kinder verdienen sich einige Rupien durch den Verkauf von DVDs dieses Ereignisses. Tausende kommen jedes Mal, singen, tanzen und feuern die eigenen Soldaten an. Gleichzeitig spüren alle eine große Sehnsucht nach den Verwandten und Freunden auf der anderen Seite der Grenze. Denn durchlässig ist die Grenze selten: Der Film wurde daher mit zwei Teams in den beiden Ländern gedreht.

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